geboren 1975 in Linz, Studium Komposition in Wien, Köln und Graz (bei Michael Jarrell, York Höller und Beat Furrer), außerdem Musikwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte.
Mehrmonatige Studienaufenthalte in Berlin, Paris und Rom.

seit 2004 Universitätslehrer für Musikgeschichte und Analyse an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, seit 2008 Senior Lecturer für Tonsatz und Gehörbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien, 2006–2014 Musikkurator im Kunstverein Wien Alte Schmiede.
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Auszeichungen (u.a.)
Österreichisches Staatsstipendium für Komposition (2003), Wiener Symphoniker Stipendium (2007), Förderungspreis der Stadt Wien und Erste Bank Kompositionspreis (2011), Tonali Kompositionspreis Hamburg (2012), Oberösterreichischer Landeskulturpreis (2014), Österreichisches Staatsstipendium für Komposition (2017)

Aufführungen (u.a.)
Musikverein Wien, Salzburger Festspiele, Wiener Konzerthaus, Concertgebouw Amsterdam, Tonhalle Düsseldorf, Konzerthaus Berlin, Philharmonie Köln, Laeiszhalle Hamburg

aufgeführt von (u.a.)
RSO Wien, Klangforum, Wiener Symphoniker, Phace, Nieuw Ensemble Amsterdam, Camerata Salzburg, Brodsky Quartet
Jakub Hrusa, Andrés Orozco-Estrada, James Mac Millan, Cornelius Meister, Patricia Kopatchinskaja, Benjamin Schmid, Alexej Stadler, Kian Soltani

Gerald Resch lebt in Wien. Im Augenblick stehen verschiedene Formen des Musiktheaters im Mittelpunkt seiner kompositorischen Arbeit.

Meine Musik geht von Beobachtungen aus meiner Lebenswelt aus. Begegnungen, Verzweigungen, abstrakte Muster etc. können den Beginn eines Musikstücks inspirieren. Ich mag Überlagerungen, unvorhersehbare Perspektivenwechsel und heimliche Symmetrien. Außerdem mag ich es, aus einfachem Material Weiterentwicklungen zu erfinden, die logisch sind und trotzdem überraschen. Meistens verwende ich prägnante Tonlinien, aus denen sich motivische Gruppen, harmonische Räume, Rhythmen, Proportionen und die Möglichkeit musikalischer Zusammenhänge organisch ableiten. Eines meiner Stücke hat die Satzüberschriften Genauigkeit, Leichtigkeit, Anschaulichkeit, Vielschichtigkeit und Schnelligkeit. Diese Begriffe stecken den Raum ab, in dem sich meine Musik bewegt.

Statements


Gerald Reschs Arbeiten zeugen von hoher Musikalität und er ist meiner Meinung nach ein bemerkenswerter, ernstzunehmender Komponist. Ich verfolge seine Entwicklung seit Jahren. Er erweist sich als selbständiger und unabhängiger Kopf, der mit Konsequenz und Sensibilität seine klar erkennbaren kompositorischen Ziele verfolgt und keiner der gerade gängigen Ideologien oder Manieren huldigt. Seine Selbständigkeit macht ihn mir besonders sympathisch.
Ich wünsche ihm weiterhin eine seinen Fähigkeiten entsprechende Entwicklung, ein aufgeschlossenes Publikum und jenen, die seine Arbeit beurteilen, ein offenes Ohr, ein weites Herz und eine geistige Unabhängigkeit, die der seinen entspricht.

(Friedrich Cerha, Komponist und Dirigent)


Gerald Resch hat in den Werken der letzten Jahre mit großer Sensibilität für den Klang und der Differenziertheit seines musikalischen Denkens einen sehr eigenständigen Ausdruck gefunden.

(Beat Furrer, Komponist und Dirigent)


Gerald Resch und ich kennen uns seit dem Kompositions-Studium an der Wiener Musikhochschule. Schon damals waren seine verbalen und musikalischen Äußerungen etwas Besonderes und Hörenswertes. Als Interpret hatte ich das Glück an der Geburt seines Violinkonzertes beteiligt gewesen zu sein. Ich lernte ihn als einen freien Schöpfungsgeist noch mehr schätzen. Es war mit ihm sowohl profund als auch kreativ, in jedem Augenblick durchdacht aber auch spontan. Ich wünsche seinem Violinkonzert ein langes und intensives Leben im Repertoire aller unerschrockener Geiger.

(Patricia Kopatchinskaja, Geigerin)


Gerald Resch ist ein Musiker, der gleichermaßen über ein hellwaches Gehör, einen sensiblen Klangsinn und eine hohe gestaltende Intelligenz verfügt. Seine Musik ist zu stark, um sich unter die Schutzhülle von Ideologien flüchten zu müssen. Das tut wohl!

(Thomas Daniel Schlee, Komponist und Intendant des Carinthischen Sommers)

Ich habe Gerald Resch bei verschiedenen Konzerten als äußerst angenehmen Partner und, was nicht allzu häufig der Fall ist, kompetenten Komponisten kennengelernt, der genau weiß, was er will und hört, was er schreibt. Ich schätze seinen ausgereiften Klangsinn, seinen sehr abwechslungsreichen Stil sowie seine Ernsthaftigkeit, mit der er ohne die manchmal ärgerliche Verbissenheit an seiner sehr persönlichen Musiksprache arbeitet. Ich freue mich auf seine kommenden Werke.

(Peter Keuschnig, Dirigent)

Curriculum Vitae

1975 geboren in Linz
1993–2001 studiert Komposition in Wien, Köln und Graz (bei Michael Jarrell, York Höller und Beat Furrer), außerdem Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte
2001 Rom-Stipendium
seit 2004 unterrichtet Musikanalyse und –geschichte an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz
seit 2006 Musikkurator der Alten Schmiede Wien
seit 2008 unterrichtet Tonsatz, Formenlehre und Gehörbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien

Aufführungen u.a. in Österreich (Musikverein, Konzerthaus, Salzburger Festspiele), Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Niederlande, USA, Südamerika, Japan und China.

Tätigkeiten

seit 2014 Mitglied der Jury für die Vergabe des Theodor-Körner-Preises
V 2013 Mitglied der Jury für die Vergabe der START-Stipendien des BMUKK
seit 2013 Mitglied der Jury für die Vergabe des TONALI Kompositionspreises Hamburg
III 2013 Gastprofessor für Komposition am King’s College Madaba in Jordanien
2012–2014 Gründung und Leitung der Initiative “Musik im Raum” für die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Linz (gemeinsam mit Irene Kepl): www.musikimraum.at
X-XI 2011 Musikvermittlungsprojekt “Von Knoten, Schlingen und Schleifen” am Billrothgymnasium Wien (gemeinsam mit Thade Buchborn) für Wien Modern
2008–2011 Klavierauszug der Oper “Mahan” von Francis Burt
III 2010 Gastprofessor für Musikanalyse und Komposition am Higher Institute of Arts Damaskus/Syrien
Seit 2008 Universitätslehrer für Satzlehre, Gehörbildung und Formenlehre an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (seit 2009 „Senior Lecturer“)
2008 Kurator der 17. GrabenFestTage der ÖBV
2007–08 Kompositionslehrer an der Musikschule Wien Brigittenau
Kompositionslehrer im Rahmen der Komponierwerkstatt „W.er A.ußer M.ozart“ der Musikschule Tulln
2007 Klavierauszug Wolfgang Rihm Penthesilea-Monolog (Universal Edition)
2007–2014 Musikkurator des Kunstvereins Alte Schmiede Wien (gemeinsam mit Dr. Karlheinz Roschitz)
2007–2013 Beirat im SKE-Fond (seit 2009: Vorsitz “E-Musik”)
Seit 2006 Vorstandsmitglied des Ensemble Wiener Collage
2006 Herausgeber der Doppel-CD „Entspannte Gleichzeitigkeit. 30 Jahre Musikwerkstatt in der Alten Schmiede“
Klavierauszug Morton Feldman Neither (Universal Edition)
2005 Klavierauszug Wolfgang Rihm Penthesilea-Monolog (Universal Edition)
Seit 2004 Universitätslehrer für Musikanalyse und Musikgeschichte an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz (Forschungsschwerpunkte: Österreichische Musik, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts)
2004–08 Lehrer für Gehörbildung, Musiklehre und Komposition an der Musikschule Wien Margareten; Fachgruppensprecher für Musiklehre/Gehörbildung der Wiener Musikschulen
2003–06 Co-Kurator im Kunstverein Alte Schmiede Wien
2002–08 Gastvorträge an der Konservatorium Wien Privatuniversität
2002–07 freier Autor für die Salzburger Festspiele
2002–03 Musikredakteur des interdisziplinären Forschungsprojekts „digitalCrystal“ zur Untersuchung der Kulturgeschichte des Kristallinen
2002 Redaktion des Almanachs „Passagen“ der Salzburger Festspiele
Praktikum in der Dramaturgie der Salzburger Festspiele
Seit 2000 Einführungsvorträge und Konzertmoderationen für die Jeunesses musicales und den Kunstverein Alte Schmiede Wien
2000–04 Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, Sektion Österreich
1999–2003 Dozent für Komposition bei den Sommerkursen der Musik-Palette Tulln
2000 Redaktion der Zeitschrift “ton” der IGNM Österreich (gemeinsam mit Clemens Gadenstätter)
Klavierauszug Wolfgang Rihm Deus Passus (Universal Edition)
Klavierauszug Christian Ofenbauer SzenePennthesileaEinTraum (Doblinger)
1999–2008 freier Mitarbeiter der Universal Edition
1997–2008 musikjournalistische Tätigkeit für „Musik in Geschichte und Gegenwart“, „Komponisten der Gegenwart“, „Österreichische Musikzeitschrift“, „Almanach Wien Modern“ u.a.
1990–93 Organist in Lichtenberg bei Linz

Studium

1993–95 Studium Komposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (bei Iván Eröd); Studium Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien
1995–96 Studium Komposition an der Hochschule für Musik Köln (bei York Höller); Studium Musikwissenschaft an der Universität Köln
1996–98 Studium Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien
VII-IX 1997 Joint-Study-Stipendiat an der Humboldt-Universität Berlin
III-V 1998 Joint-Study-Stipendiat am Conservatoire National Supérieur de Musique Paris
1998 Universität Wien: Mag.Phil. mit Auszeichnung
1996–2000 Studium Komposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (bei Michael Jarrell)
2000 Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien: Mag.Art. mit Auszeichnung
2000–01 Postgraduate-Studium Komposition an der Kunstuniversität Graz (bei Beat Furrer)
II-VIII 2001 Musikwissenschaftlicher Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Istituto storico austriaco in Rom
2003–04 Lehrgang für Elektroakustische Komposition am ELAK der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (bei Germán Toro-Perez)

Preise/Stipendien

2017 Österreichisches Staatsstipendium für Komposition
2014 Oberösterreichischer Landeskulturpreis für Musik
2012–13 Auswahl für das Programm NASOM – New Austrian Sound of Music zur Verbreitung eigener Werke im Ausland
2012 Erster Preis beim TONALI Kompositionswettbewerb Hamburg für al fresco
2011 Förderungspreis der Stadt Wien für Komposition
2010 Stipendiat der Villa Stonborough-Wittgenstein Gmunden
2007–09 Gastkomponist des Österreichischen Kulturforums London im Rahmen des Festivals „Soundings“
2007–08 Composer-in-Residence des Wiener Concertvereins (3 Uraufführungen im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins)
2006 Wiener Symphoniker Stipendium der Stadt Wien
Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramtes
2005 Stipendiat der Villa Stonborough-Wittgenstein Gmunden
2004 Anton-Bruckner-Stipendium des Landes Oberösterreich
2003 Österreichisches Staatsstipendium für Komposition
Composer-in-Residence bei den Weimarer Frühjahrstagen für Neue Musik
2002 Theodor-Körner-Preis der Republik Österreich
Composer-in-Residence des Forum Einklang Mittersill
2001 Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich
2000 Arbeitsstipendium der Stadt Wien

Aufträge

2017 Opernhaus Dortmund, Oper am Rhein Duisburg/Düsseldorf, Oper Bonn
Gullivers Reise Familienoper für 8 Stimmen, Chor und Orchester
UA Dortmund 21.05.2017
2016 RSO Wien, Gesellschaft der Musikfreunde Wien
Inseln für Orchester
UA Bukarest 29.09.2016
Ensemble Wiener Collage
Quasi una Siciliana für Violine solo
UA Wien Schönberg-Center 15.12.2016
2015 Landestheater Linz
Der Kleine und das Biest Schauspielmusik
UA Linz u-hof 02.12.2015
Kabinetttheater Wien
Die Brüste des Tiresias für Sopran und Bariton am Klavier, Puppenspiel und Violoncello mit Singender Säge
UA Wien Kabinetttheater 10.11.2015
Haydn Festspiele Eisenstadt
Sostenuto für Violine, Violoncello und Klavier
UA Eisenstadt Schloss Esterhazy 10.10.2015
Brücken Festival Mürzzuschlag
Fingerspitzentänze, Instrumentation für Ensemble
UA Mürzzuschlag 09.06.2015
Adevantgarde Festival München 
Szene. Zeitlos, ortlos für Tenor, Bariton und Ensemble
UA München 12.06.2015
2014 Schauspielhaus Wien
Das Gemeindekind (Libretto: Anne Habermehl)
UA Wien Schauspielhaus 05.03.2015
Hamburger Symphoniker
Brücken für Violoncello solo
UA Hamburg 29.11.20154 und 19.12.2014
2013 Lockenhaus Kammermusikfest
Zwei Madrigale
UA Lockenhaus 06.07.2013
Paul Hofhaymer Ensemble Salzburg
Sieben Madrigale
UA Salzburg Schlosskirche 25.11.2013
RSO Wien, Wien Modern
Bossa Nova Arabica
Wiener Konzerthaus 07.11.2013
2012 Ensemble Reconsil
Antipoden
UA Musikverein Wien, 05.11.2013
City of London Festival
Wien Flakturm Esterházy Park
UA Drapers’ Hall London 24.06.2013
2011 Erste Bank Kompositionspreis
Collection Serti
UA Helmut List-Halle Graz, 07.10.2011
Forum Alpbach
Zweige
UA Alpbach, 18.08.2011
Festival der Regionen
vom rand nach innen
UA Eferding, 08.06.2013
2010 Festspielhaus St. Pölten
Cantus Firmus
UA Goldener Saal, Musikverein Wien, 01.10.2010
Asian Culture Link
Zwang/Netz II
UA Echoraum Wien, 08.10.2010
2009 Ensemble die reihe
Grounds für Ensemble
UA ORF-Sendesaal Wien, 03.06.2009
Musikwettbewerb Gradus ad Parnassum
Figuren für Klarinette
UA Bruckner-Universität Linz 07.12.2009
2008 Brucknerfest Linz
Land für Orchester
UA Brucknerhaus Linz 14.09.2008
Wiener Concertverein
Fenster für Streichorchester
UA Musikverein Wien 16.04.2008
2007 Wiener Concertverein
Spin für Kammerorchester
UA Musikverein Wien 10.03.2007
Wiener Concertverein
Knoten für Fagott und Kammerorchester
UA Musikverein Wien 11.11.2007
2006 Allegro Vivo
Fünf Versuche nach Italo Calvino für Klaviertrio
UA Horn 16.08.2006
zeit.tasten.kammermusik
Nebel für Klaviertrio
UA 30.04.2006 Kremsegg
2005 Wien Modern
Schlieren für Violine und Orchester
UA 25.11.2005
Nieuw Ensemble Amsterdam
Fluss Gitter Relief für Sheng und Ensemble
UA Den Haag 06.02.2005
2004 Klangforum Wien
Relief für fünf Instrumente
UA Wien 03.09.2004
Nederlands Vocaal Laboratorium
Muster für vier Stimmen
UA Amsterdam 13.06.2004
Stadt Linz
Passagen für Fagott
UA Musikverein Wien 15.03.2004
2003 Jugendmusikfest Deutschlandsberg
Landschaft mit Wellen für Akkordeon und kleines Ensemble
UA Deutschlandsberg 08.11.2003
Festival Klangfluss
Splitter für Stimme und Klarinette
UA Amsterdam 13.03.2003
2002 Konzerthaus Berlin
Unruhe bei Windstille und Wind für sechs Schlagzeuger
UA Konzerthaus Berlin 20.03.2002
Brucknerhaus Linz
lettura/rilettura für Klarinette, Cello und Klavier
UA Brucknerhaus Linz 04.03.2002
2001 Karajan-Centrum Wien
tessuto für Bratsche
UA Karajan-Centrum Wien 20.10.2001
Wiener Konzerthaus / Hörgänge
Durchlässige Schichten für Ensemble
UA 10.03.2001 Wiener Konzerthaus
2000 Double Image
verlaufen vermehrt für Flöte und Schlagwerk
UA Baltimore 03.04.2001
Asian Culture Link / China Found Music Workshop Taipeh
Zwang/Netz für fünf traditionelle chinesische Instrumente
UA 05.04.2000 Wiener Konzerthaus

Privates

Traunsee im August

auch Traunsee, auch im August
HC Artmann, aus: gedichte von der wollust des dichtens in worte gefaßt

in der tiefe seines bauches
nach wörteralgen taucht der dichter
am weißen strand des papieres
spreitet er sie zum trocknen aus
es wird gebeten das seegras nicht
vor seiner zeit zu wenden danke

(Residenz Verlag Salzburg-Wien, 1989)

Papa und Bach
(Mila, 3 Jahre)

Foto: Carla, 4 Jahre

Der Teppich über meiner Orgel