Figuren

für Klarinette
2009

Version für Altsaxophon
von Lars Mlekusch und Gerald Resch
2012

komponiert im Auftrag von Gradus ad Parnassum 2009

Dauer ca. 7 Min

Version für Klarinette: Musikverlag Doblinger

Version für Altsaxophon: Musikverlag Doblinger

Uraufführung

01.12.2009
Brucknerhaus Linz (nicht öffentlich)

Weitere Aufführungen

02.12.2009
Wien, Universität für Musik und Darstellende Kunst
Bettina Leimberger

02.12.2009
Wien, Universität für Musik und Darstellende Kunst
Oliver Darnhofer

15.03.2010
Linz, Anton Bruckner Privatuniversität
Bernhard Feilmair

29.04.2010
Wien, Arnold Schönberg Center
Stefan Neubauer

20.10.2011
Wien, Alte Schmiede
Mikko Raasakka

29.10.2011
Wien, Konzerthaus
Stefan Neubauer

31.10.2011
Helsinki, Sibelius-Akademie
Mikko Raasakka

17.09.2012
Düsseldorf
Tonhalle

25.07.2013
Assisi
Stefan Neubauer

17.01.2014
Wien
Stefan Neubauer

28.09.2014
Ruppersthal
Markus Holzer
(URAUFFÜHRUNG der Version für Altsaxophon)

21.10.2014
Wien
Konservatorium Wien Privatuniversität
Tadayoshi Kusakawe

12.11.2014
Linz, Landhaus
Tadayoshi Kusakawe

05.12.2014
Linz, Bruckneruniversität
Eberhard Reiter

14.11.2015
Linz, Kepler-Salon
Stefan Neubauer

Einführungstext

In meiner Komposition FIGUREN, Auftragskomposition für den Wettbewerb Gradus ad Parnassum 2009, werden elementare musikalische Gestalten zunächst aufgebaut, dann miteinander kombiniert und schließlich einander angenähert und dadurch neutralisiert. Das geschieht in drei Phasen, die man als Aufstellung, Kombination und Auflösung bezeichnen kann. Jede dieser drei Phasen besteht aus vier Abschnitten, somit ergibt sich folgendes Formgerüst aus 12 Teilen:

Aufstellung

Die vier Grundfiguren des Stücks mit den Bezeichnungen Signal, Linie, Raster und Ebenen werden etabliert:
1) Signal: das insistierende, stark artikulierte Umkreisen eines Zieltons
2) Linie: nach einem charakteristischen Tonwiederholungs-Motiv ein eng geschwungener Melodieverlauf, der sich bis zur Vierteltönigkeit verengt
3) Raster: rhythmisch-melodische Ostinati in verschiedenen Registern
4) Ebenen: starke dynamische Kontraste in extrem unterschiedlichen Lagen, am Schluss die Komprimierung auf eine rhythmische Einton-Motivfigur.

Kombination

Hier werden – vergleichbar einer Durchführung – die bisher vorgestellten Elemente miteinander verschränkt und einander angenähert. Von Teil zu Teil bleibt dabei immer ein Figur-Element erhalten:
5) Signal/Raster; 6) Linie/Signal; 7) Ebenen/Linie; 8) Ebenen/Raster

Auflösung

9) Verweilen: ausgehend von Einzeltönen verschiedene Mehrklangsbildungen
10) falsche Reprise: stark geraffte Wiederaufnahme der vier Grundfiguren Signal, Linie, Raster und Ebenen, die in Fermaten erstarren
11) Epilog: die Neutralisierung der Grundfiguren in ihre jeweiligen harmonischen Aggregate im freien Tempo
12) Coda: eine neue, neutrale Dreiton-Figur wird durch den gesamten Ambitus sequenziert und führt zur signalartigen Anfangsfigur des Stücks zurück.

(Gerald Resch)

Kritiken

www.mica.at (Heinz Rögl)

Mit den 2009 uraufgeführten „Figuren“ beteiligte sich der Linzer Gerald Resch am Wettbewerb „Gradus ad Parnassum“ – er hatte dort den Auftrag zu einer Komposition für Wettbewerbsteilnehmer erhalten. Nun spielte Stefan Neubauer (seit 1993 Mitglied im Ensemble Wiener Collage und auch im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper engagiert). Das Stück ist fein zu hören und folgt einem klaren „Bauplan“: Elementare musikalische Gestalten werden zunächst aufgebaut, werden dann „miteinander kombiniert und schließlich einander angenähert und dadurch neutralisiert“ schreibt Resch. Das geschieht in drei Phasen, „die man als Aufstellung, Kombination und Auflösung bezeichnen kann“. In der „Aufstellung“ werden die vier Grundfiguren mit den Bezeichnungen „Signal“, „Linie“, „Raster“ und „Ebenen“ etabliert. Und so weiter. Es ist am schönsten, einfach zuzuhören … Nach den drei Hauptteilen (in der „Auflösung“ gibt es schon einmal eine ‚falsche Reprise’) hat Resch auch noch eine „Coda“ angefügt, die dann tatsächlich zur signalartigen Anfangsfigur zurückführt.

Anhören

Stefan Neubauer, Klarinette
Wien, Arnold Schönberg Center
Live-Mitschnitt der Aufführung am 29.04.2010