Passagen

für Fagott

2004

Dauer 13 Min.

komponiert mit Unterstützung der Stadt Linz und des SKE-Fonds

Musikverlag Doblinger

Uraufführung

15.03.2004
Wien, Musikverein
Robert Buschek, Fagott

weitere Aufführungen

08.04.2004
Wels, Pavillon
Robert Buschek, Fagott

29.07.2004
Bregenz, Kunsthaus
Bregenzer Festspiele
Robert Buschek, Fagott

29.08.2004
Kremsmünster
Oboe-Fagott-Festival
Robert Buschek, Fagott

11.10.2004
Wels, Kornspeicher
Robert Buschek, Fagott

08.04.2005
Wien, Alte Schmiede
Robert Buschek, Fagott

15.08.2005
Bad Blumau, Jakum-Haus
Robert Buschek, Fagott

02.07.2006
Wien, Ruprechtskirche
Robert Buschek, Fagott

10.08.2008
Volkenroda/Thüringen
2. Junges Komponistenforum
Pascal Gallois, Fagott

25.09.2009
Frankfurt/Main
Schlossplatz
Pascal Gallois, Fagott

Einführungstext

Als mich der Fagottist Robert Buschek darum bat, ein Solostück für ihn zu schreiben, erbat er sich ein virtuoses Stück, das nicht nur den klassischen Fagott-Klang, sondern auch seine Varianten und neue Spieltechniken berücksichtigt. Wenn man schon ein schweres Stück komponiert, dann sollte es schwer auf eine sinnvolle, dem Instrument adäquate Weise sein. Daher habe ich mich – mit Robert Buscheks Hilfe – intensiv mit Technik, Bauweise und Klanglichkeit des Fagotts auseinandergesetzt, bevor ich mit der Komposition begann. Diese Zusammenarbeit garantierte, dass das Stück – trotz seiner Virtuosität – „gut liegt“ und alle Feinheiten zu realisieren sind (siehe das Nachwort mit Hinweisen zur Ausführung ungewohnter Trillerglissandi usw.). Der Titel Passagen bezieht sich einerseits musikalisch auf das zugrunde liegende Material, das auf unterschiedlichen Skalen basiert, die immer wieder deutlich in raschen Bewegungen hervortreten. Andererseits spielt Passagen mit der Hauptbedeutung des Wortes, die soviel wie Durchgang, Überfahrt usw. meint: In gewissem Sinn stellt jede musikalische Textur eine Art Durchgangsstadium zur nächsten Textur dar. Wie bei einer freien Rede entwickeln sich die Ideen weiter und führen vom Einen zum Anderen.
(Gerald Resch)

Kritiken

ÖMZ

“Passagen von Gerald Resch – ein kompositorisches Spiel zwischen Komplexität und scheinbarer Einfachheit, Mehrklang und Linearität, Bewegung und Statik, ohne Virtuosität je zum Selbstzwecke werden zu lassen. Die Komposition besticht durch Klarheit und Transparenz und birgt interessante Klangspektren kombiniert mit höchster spieltechnischer Optimierung.”

Vorarlberger Nachrichten

“Im Mittelpunkt jedoch standen die souveränen Spielarten des Fagottisten… Robert Buschek interpretierte mit einer bewundernswerten Spieltechnik das organisch konzipierte Stück für Fagott Passagen von Gerald Resch.”

Neue Vorarlberger Tageszeitung

“Beim ersten und letzten Stück dieses Programms musste sicher so mancher Zuhörer an Luciano Berio denken. Das Stück für Fagott (Passagen) des Wieners Gerald Resch erinnerte an die ‘Sequenza’ des großen Italieners, ist freilich ruhiger in seinem Gestus. Robert Buschek, für den es komponiert wurde, konnte damit nicht nur durch die Klangschönheit punkten.”

Oboe-Fagott Nr. 80 (Dr. Dietrich Hilkenbach)

Die Eingangstakte, 3/4 und 2/4, zielen prologartig mit kurzen “Seht her”-Figurationen auf ein ab Takt 13 loslaufendes polyrhythmisches Geschehen, das alles enthält, was an Neuem dem Instrument abverlangt wird: Mikrointervalle, variierende Klangfarben, Mehrklänge, Zwerchfellakzente; Glissandi; rasend schnelle, komplizierte, atemlose Läufe; dabei auch die offenbar in der zeitgenössischen Musik so beliebten sehr schnellen Figuren mit riesigen Intervallsprüngen. Klappengeräusche, tonloses Blasen, Pizzicato-Effekte kommen ebenfalls vor. Die Dynamik wir gnadenlos bis zu den Extremen ausgereizt. Das Stück endet in der Höhe zart verklingend. Es kostet viel Mühe, dieses Stück zu erarbeiten, wenn auch auf den ersten Seiten ausführliche Spielanweisungen gegeben werden für Mehrklänge, Scherenglissandi und Trillerglissandi. Daher wird es wohl nur hochkarätigen Spielern vorbehalten bleiben.

Das Orchester (Alfred Rinderspacher) 01.02.2006

Die Musikhistorie zeigt, wie fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Interpreten und Komponisten sein kann. So auch im Falle der “Passagen” für Fagott solo von Gerald Resch. (…) Nach der Analyse des Notentextes und nach dem Hören eines Livemitschnitts ergibt sich ein interessantes und kontrastreiches Bild dieser Komposition, die an Berios “Sequenza”, Yuns “Monolog” und an die “Three Pieces” von Heinz Holliger erinnert, mit instrumentalen, bläserischen und technischen Ansprüchen auf einem hohen und sehr anspruchsvollen Niveau. (…) Nach einem ruhigen, stimmungsvoll-verhaltenen Beginn mit nahezu schmerzhaftem Ausdruck – erzeugt auch mit Hilfe von Schleiftönen, Trillerketten und charakteristischen Mehrklängen – wechseln sich ausdrucksvolle, langsame Teile mit hoch virtuosen, perlenden Figurationen ab, bis hin zu einer aufgeregten, aggressiven Spielweise. Hieraus entstehen kontrastreiche und interessante Klangpaletten, wobei das gesamte Register des Instruments mit all seinen klanglichen Möglichkeiten ausgenutzt wird. (…) Dieses Solostück stellt mit Sicherheit eine Bereicherung der zeitgenössischen Fagottliteratur dar und ist auf Grund seiner kompositorischen Qualität durchaus Isang Yuns “Monolog” gleichzusetzen. Es lohnt sich, dieses Stück zu studieren und aufzuführen.

Aufnahme

einklang records ekr_032 (2008)

Anhören Passagen, Ausschnitt