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Passagen

für Fagott

Einführungstext

Als mich der Fagottist Robert Gillinger darum bat, ein Solostück für ihn zu schreiben, erbat er sich ein virtuoses Stück, das nicht nur den klassischen Fagott-Klang, sondern auch seine Varianten und neue Spieltechniken berücksichtigt. Wenn man schon ein schweres Stück komponiert, dann sollte es schwer auf eine sinnvolle, dem Instrument adäquate Weise sein. Daher habe ich mich – mit Robert Gillingers Hilfe – intensiv mit Technik, Bauweise und Klanglichkeit des Fagotts auseinandergesetzt, bevor ich mit der Komposition begann. Diese Zusammenarbeit garantierte, dass das Stück – trotz seiner Virtuosität – „gut liegt“ und alle Feinheiten zu realisieren sind (siehe das Nachwort mit Hinweisen zur Ausführung ungewohnter Trillerglissandi usw.). Der Titel Passagen bezieht sich einerseits musikalisch auf das zugrunde liegende Material, das auf unterschiedlichen Skalen basiert, die immer wieder deutlich in raschen Bewegungen hervortreten. Andererseits spielt Passagen mit der Hauptbedeutung des Wortes, die soviel wie Durchgang, Überfahrt usw. meint: In gewissem Sinn stellt jede musikalische Textur eine Art Durchgangsstadium zur nächsten Textur dar. Wie bei einer freien Rede entwickeln sich die Ideen weiter und führen vom Einen zum Anderen.

Kritiken

ÖMZ

Passagen von Gerald Resch – ein kompositorisches Spiel zwischen Komplexität und scheinbarer Einfachheit, Mehrklang und Linearität, Bewegung und Statik, ohne Virtuosität je zum Selbstzwecke werden zu lassen. Die Komposition besticht durch Klarheit und Transparenz und birgt interessante Klangspektren kombiniert mit höchster spieltechnischer Optimierung.

Alfred Rinderspacher in Das Orchester, 01.02.2006

Die Musikhistorie zeigt, wie fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Interpreten und Komponisten sein kann. So auch im Falle der "Passagen" für Fagott solo von Gerald Resch. (…) Nach der Analyse des Notentextes und nach dem Hören eines Livemitschnitts ergibt sich ein interessantes und kontrastreiches Bild dieser Komposition, die an Berios “Sequenza”, Yuns “Monolog” und an die “Three Pieces” von Heinz Holliger erinnert, mit instrumentalen, bläserischen und technischen Ansprüchen auf einem hohen und sehr anspruchsvollen Niveau. (…) Nach einem ruhigen, stimmungsvoll-verhaltenen Beginn mit nahezu schmerzhaftem Ausdruck – erzeugt auch mit Hilfe von Schleiftönen, Trillerketten und charakteristischen Mehrklängen – wechseln sich ausdrucksvolle, langsame Teile mit hoch virtuosen, perlenden Figurationen ab, bis hin zu einer aufgeregten, aggressiven Spielweise. Hieraus entstehen kontrastreiche und interessante Klangpaletten, wobei das gesamte Register des Instruments mit all seinen klanglichen Möglichkeiten ausgenutzt wird. (…) Dieses Solostück stellt mit Sicherheit eine Bereicherung der zeitgenössischen Fagottliteratur dar und ist auf Grund seiner kompositorischen Qualität durchaus Isang Yuns “Monolog” gleichzusetzen. Es lohnt sich, dieses Stück zu studieren und aufzuführen.

Alle Aufführungen von Passagen

  • 25.09.2009 Schlossplatz Frankfurt am Main, Pascal Gallois (Fg)
  • 10.08.2008 Volkenroda, Pascal Gallois (Fg)
  • 02.07.2006 Ruprechtskirche Wien, Robert Gillinger (Fg)
  • 15.08.2005 Jakum-Haus Bad Blumau, Robert Gillinger (Fg)
  • 08.04.2005 Alte Schmiede Wien, Robert Gillinger (Fg)
  • 11.10.2004 Kornspeicher Wels, Robert Gillinger (Fg)
  • 29.08.2004 neu Kremsmünster, Robert Gillinger (Fg)
  • 29.07.2004 Kunsthaus Bregenz, Robert Gillinger (Fg)
  • 08.04.2004 Pavillon Wels, Robert Gillinger (Fg)
  • 15.03.2004 Musikverein Wien, Robert Gillinger (Fg)